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Anwendung der komplexen Methode
Die Anwendung einer dritten Altersbestimmungsmethode ist nötig, weil es bei der Inkrementzonenanalyse des Zahnzementes nicht ad hoc zu entscheiden ist, ob bei dem jeweiligen Zahn Doubling vorliegt oder nicht. Da nach JAKOBSHAGEN (1990) eine Doublingrate von bis zu 40 % zu erwarten ist, wird der Abgleich unerläßlich. Das Resultat der dritte Altersbestimmunsmethode fließt nur als Vergleichsparameter der Inkrementzonenanalyse in die Arbeit ein.
Als Vergleichsparameter wird das Sterbealter verwendet, welches als Resultat der Anwendung der komplexen Methode vorliegt Obwohl es bei der Anwendung der komplexen Methode zu einer leichten Überalterung kommen kann (KEMKES-GROTTENTHALER 1996), läßt sie die Entscheidung zu, ob beim betreffenden Skelett Doubling vorliegt. Auch die von CIPRIANO-BECHTLE et al. (1996) diskutierte Tendenz, daß der Anteil spätmaturer Individuen an der Bevölkerung überschätzt, jener der senilen Individuen dagegen erheblich unterschätzt wird, spielt für die Entscheidung ob Doubling vorliegt keine Rolle. Bei allen Skelettserien, außer bei den 35 Exemplaren der Serie Langd, wurde die komplexe Methode im Zuge der anthropologischen Bearbeitung der einzelnen Serien schon angewandt. Die Serie Langd wurde selbst nach den Empfehlungen für die Alters- und Geschlechtsbestimmung von FEREMBACH, SCHWIDETZKY und STLOUKAL (1979) nach Alter und Geschlecht bestimmt. Als graphische Grundlage dienten die Abbildungen von NEMÉSKERI, HARSÁNYI und ACSÁDI (1960).
Für die komplexe Altersbestimmungsmethode werden 4 Merkmale benutzt, bei denen jeweils mehrere Phasen der altersabhängigen Merkmalsausprägung zu unterscheiden sind (nach FEREMBACH et al. 1979):
4. Der Obliterationsgrad der Schädelnähte wird endocranial festgestellt. Bei einem komplett erhaltenen Schädel wird der Obliterationsgrad mittels Stabtaschenlampe durch das Hinterhauptsloch eingeschätzt. Es wird ein Koeffizient des Nahtverschlußes auf folgende Weise ermittelt: Für insgesamt 14 Abschnitte der Koronal-, Saggital- und Lambdanaht wird der Grad des Nahtverschlußes nach dem Schema von BROCA (1875) bestimmt und dann der Mittelwert aus den Einzelwerten berechnet (FEREMBACH et al. 1979).
Sind die Entwicklungsphasen der Merkmale bestimmt, so kann das Sterbealter nach den Tabellen von SJOVOLDT (1975) festgestellt werden. Sie berücksichtigen alle Kombinationen von Merkmalen und Phasen und die Variabilität der Altersveränderungen.
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