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Ein weiteres Instrument zur Abschätzung des Sterbealters von erwachsenen Individuen ist die Analyse der Facies auricularis ossis pubis. Bereits von KOBAYASHI (1967) wurde ein Verfahren vorgestellt, welches eine Einteilung in die Altersklassen 18-21, 22-30, 40-50, und über 50 zuläßt. Eine wesentlich detailliertere Beschreibung der Altersveränderungen am Sacroiliacargelenk liegt von LOVEJOY et al. (1985) vor, deren Arbeit auf der Auswertung des anatomischen Materials der Todd-Collection beruht.
Das Anliegen dieser Arbeit ist es, diese Methode auf prähistorische Skelette anzuwenden. Die mittels der Diagnose der Auricularfläche erhaltenen Sterbealterdaten werden mit denen verglichen, die durch Auszählung der Inkrementzonen des Zahnzementes ermittelt werden. Bei einem Teil der Individuen ist zu erwarten, daß pro Jahr zwei Zementringe ("Doubling") angelegt wurden. Um diese Fehlerquelle auszuschließen, wird das Zahnalter zusätzlich mit dem Alter verglichen, welches aus der Anwendung der kombinierten Methode resultiert.
Es soll die Frage geklärt werden, mit welcher Genauigkeit bei der Anwendung der Sterbealterabschätzung mittels der Auricularfläche gerechnet werden kann.
Gibt es Unterschiede in der Genauigkeit, die auf geschlechtsspezifische Differenzen in der Morphologie der Auricularfläche zurückzuführen sind?
Gibt es Altersklassen bzw. größere Altersbereiche, in denen die Individuen systematisch über- bzw. unterschätzt werden?
Zu diesem Zweck ist eine Analyse der Einzelmerkmale notwendig. Dabei wird ermittelt, in welchen Altersklassen ein bestimmtes altersabhängiges Merkmal der Auricularfläche in einer bestimmten Ausprägung vorhanden ist.
Das Gesamtziel der Arbeit ist die Verbesserung der Bestimmungssicherheit dieser Sterbealterbestimmungsmethode. Das gibt dem Anthropologen, aber auch dem Forensiker, die Möglichkeit, eine gesicherte Aussage über das Sterbealter eines Menschen zu machen, wenn andere Skelettmerkmale, die konventionell zur Altersbestimmung herangezogen werden, nicht oder nur fragmenthaft erhalten sind. Bei vollständig erhaltenen Skeletten kann die Diagnose der Auricularfläche als zusätzliches Instrument ins Orchester der übrigen Sterbealterindikatoren integriert werden, um eine Erhöhung der Bestimmungssicherheit und eine Verringerung des Toleranzbereiches zu erreichen.
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